Langzeitbelichtung – die Magie des verlängerten Augenblicks

Langzeitbelichtungen zeigen uns einen Ausschnitt der Zeit, wie wir ihn normalerweise nicht wahrnehmen können. Im Gegensatz zu “normalen” Fotografien halten sie nicht den kurzen Augenblick fest, sie bilden vielmehr das Motiv in einem längeren Prozess ab. Bewegungen werden dabei verwischt, sie zerfließen in der Zeit. Dadurch wirken Langzeitbelichtungen oft wie aus einer Geisterwelt: Alles was sich bewegt, zerläuft und wird durchscheinend.

Long Exposure XIIIby tatiana66 ( Licensed under CC BY-NC-ND 3.0 Quelle: http://tatiana66.deviantart.com

Long Exposure XIIIby tatiana66
Licensed under CC BY-NC-ND 3.0
Quelle: http://tatiana66.deviantart.com

Langzeitaufnahmen faszinieren auch Kinder ab dem Grundschulalter und lassen sich ab dieser Altersgruppe gut durchführen. Die Ergebnisse sind erstaunlich, da sie sich vom normalen Sehen stark unterscheiden und zum weiteren Experimentieren animieren. Der Aufwand für diese Art des fotografischen Sehens ist sehr gering. Man braucht dazu nur eine Kamera, bei der man die Belichtungszeit selbst einstellen kann. Viele Kameras haben auch ein Motivprogramm „Langzeitbelichtung“.

Durchführung

Eine Langzeitbelichtung machen heißt ganz banal: sehr lange belichten. Zumeist meint man damit mindestens eine Sekunde. Viele Langzeitbelichtungen spielen sich im Rahmen von 10 Sek. bis hin zu mehreren Minuten ab. Es gibt sogar Fotokünstler, die über mehrere Stunden oder sogar Monate hinweg mit ihrer Kamera Licht sammeln.
Die Belichtung der Kamera wird dazu auf einen langen Zeitwert gestellt. Dies kann man durch verschiedene Mittel erreichen:

durch Abblenden, z.B. auf Blende 32,
durch Einstellen eines eines lichtunempfindlichen ISO Wertes, z.B. 100 oder weniger,
durch Anbringung von Graufiltern am Objektiv,
oder durch Verringerung des Umgebungslichtes.

Im Dunkeln entstehen ganz automatisch Langzeitbelichtungen, es sei denn man schaltet den Blitz der Kamera ein. Allerdings ist die Belichtungsmessung in der Nacht sehr schwierig.Wenn man die Belichtung manuel einstellen kann, experimentiert man am Besten mit verschiedenen Belichtungszeiten und Blenden. Beispiele für Langzeitbelichtungen im Dunklen sind die Lichterstreifen von fahrenden Autos oder von Feuerwerkskörpern aber auch Lightpaintings.

Variationen

Kombination mit Blitz: Wird zur Langzeitbelichtung ein Blitz zugeschaltet, so wird zuerst die Person angeblitzt und dann weiterbelichtet. Das Ergebnis: Das Blitzlicht friert das Motiv für einen kurzen Augenblick ein. In der restlichen Belichtungszeit verschwimmt die Bewegung wieder. Es ist also das scharf abgebildete Motiv und seine Bewegungsspur zu sehen. Auf die gleiche Weise kann eine Person öfter ins Bild gesetzt werden. Dies funktioniert am besten mit einem schwarzen Hintergrund.

Eine Langzeitbelichtung mit viermaligem Blitzen

Eine Langzeitbelichtung mit viermaligem Blitzen

Langzeitbelichtungen können auch sehr gut mit der Lochkamera-Fotografie verbunden werden, da hier die Belichtungszeiten in der Regel mehrere Sekunden betragen.

Eine Langzeitbelichtung mit einer Keksdosenlochkamera(Foto. K. Bezzel)

Eine Langzeitbelichtung mit einer Keksdosen-Lochkamera
(Foto. K. Bezzel)

Feb 1st, 2017 | By | Category: Ideen und Tipps

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