Absolut analog – Rundum sorglos analog fotografieren!

In Zeiten, in denen das digitale Arbeiten zur Selbstverständlichkeit geworden ist, erklärt „Absolut analog“, was es bedeutet, mit analogen Kameras und Film zu arbeiten. Die beiden Autoren gehen dabei umfassend auf die Besonderheiten und Stärken dieser Arbeitsweise ein, die nicht nur bei dem unkopierbaren Analoglook liegen, sondern auch im analogen Arbeiten an sich. Ein analoges Bild entsteht mit Bedacht und zwingt den Fotografen zu einer genauen Wahrnehmung und zu sorgfältigem Arbeiten. Als Ergebnis eines komplexen fotografischen und chemischen Entwicklungsprozess erhält man ein einmaliges und unvergleichliches Kunstwerk, zu dem der Fotograf eine ganz besondere Verbindung hat.

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Das Wissen um die analoge Fotografie ist Wissen des letzten Jahrhunderts, das mit der Generation der „Digital Natives“ immer mehr in Vergessenheit gerät. Das Buch „Absolut analog“ stellt sich diesem Trend entgegen. Es erklärt die unterschiedlichen analogen Kameramodelle und Filmformate. Es gibt Tipps für den Kamerakauf und stellt einen Überblick über momentan erhältliches Filmmaterial und Fotochemie dar. Es geht auf die Besonderheiten der verschiedenen Filme ein und erklärt, wie sie korrekt belichtet werden. Die beiden Autoren geben im Buch viele hilfreiche Tipps und stellen Internetseiten und Smartphone-Apps vor, die die Arbeit im Labor erleichtern.

In dem fast 300 Seiten dicken Buch finden sich sehr ausführliche Anleitungen zur analogen Filmentwicklung und zum Digitalisieren der entwickelten Negative. Darauf aufbauend stellen die Autoren besondere Druckverfahren vor, die über den normalen Tintenstrahldruck hinausgehen. Das Buch schlägt so sehr schön die Brücke von der analogen Fotografie mit Film über die digitale Weiterverarbeitung der Bilder zu besonderen Druckverfahren und zur Präsentation der Werke.

Hier komme ich zu meinem einzigen Kritikpunkt. In dem Buch wird die klassische Vergrößerung und Bildentwicklung mit Fotopapier und Chemie nur kurz gestreift. Im Gegensatz zur sehr anschaulichen Erklärung der Filmentwicklung wird hier lediglich ein grober Überblick über Verfahren und Möglichkeiten gegeben. Um dies auszugleichen, habe ich eine ausführliche Anleitung zum Erstellen von Schwarzweißfotos in der eigenen Dunkelkammer online gestellt.

http://www.fotopaed.de/hardware/schwarzweissfotos-im-eigenen-labor-vergroessern/

Monika Andrae / Chris Marquart:
Absolut analog
282 Seiten,
komplett in Farbe,
Festeinband
ISBN: 978-3-86490-264-2

dpunkt.verlag, Oktober 2015
34,90 Euro(D) / 35,90 Euro(A)

 

 

„Absolut analog“ ist derzeit eines der besten und anschaulichsten Bücher zur analogen Fotografie, das man im deutschsprachigen Raum kaufen kann. Es zeigt, Schritt für Schritt, wie man mit analogen Geräten und Material arbeiten und zu guten Ergebnissen kommen kann. Es macht Freude, mit diesem aktuellen Buch die alten Fototechniken neu zu entdecken und mit der guten Führung der Autoren den Einstieg in die magische Welt der klassischen Fotografie zu machen.

„Absolut analog“ von Monika Andrae und Chris Marquart ist ein Buch, das Lust auf mehr macht und zum Experimentieren und Entdecken einlädt!

Nov 10th, 2015 | By | Category: Literatur und Links

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