Wie kommt der Film in die Kamera? Und wie wieder heraus?
Filmhandling für analoge Fotoapparate
Analoge Fotografie ist wieder voll modern! Immer mehr Menschen entdecken die „alte“ Fototechnik neu und verlieben sich in das Zusammenspiel von analoger Haptik, Bedienung und dem damit verbundenen bewussten Umgang mit Kamera und Motiv. Die Kamera ist schnell gebraucht gekauft (Dazu haben wir hier eine kleine Kaufberatung veröffentlicht) und der Film ist mit ein paar Klicks im Internet geordert. Aber wie bekomme ich ihn jetzt in die jeweilige Kamera? Und wie kommt er wieder heraus? In diesem kleinen Workshop zeigen wir dir die wesentlichen Schritte für das Filmhandling.
Im Wesentlichen gibt es zwei Arten von analogen Kleinbild-Fotoapparaten: Manuelle Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras sowie vollautomatische Spiegelreflexkameras und Kompaktkameras. Unten zeigen wir für jede Art, wie du den Film einlegst, aufspulst, zurückspulst und wieder aus der Kamera herausnehmen kannst.
Ganz egal, welche Kamera du hast, zuerst musst du den Film auspacken.
Den Filmanfang darf man mit den Fingern berühren.
Manuelle Kameras
Bei beiden Kameras sind die Schritte sehr ähnlich. Wir zeigen sie am Beispiel der manuellen Sucherkamera.
Einlegen des Films
Zum Öffnen der Kamera musst du meist den Rückspulhebel an der Filmkurbel nach oben ziehen.
Dann geht der Deckel an der Rückwand auf und der Film wird in das Filmfach eingelegt.
Danach ziehst du die Filmlasche zur Filmrolle rechts und fädelt sie in den dafür vorgesehenen Schlitz ein.
Achtung! Bei vielen Kameras ist zwischen den beiden Filmspulen ein Verschluss aus Lamellen oder Stoff. Diesen darfst du nicht berühren. Er ist sehr empfindlich, da er Belichtungszeiten bis hin zu einer tausendstel Sekunde ermöglichen muss.Wenn du den Film in die Spule rechts eingefädelt hast, spannst du den Filmtransporthebel. Dadurch wird der Film in der Spule aufgewickelt. Wenn sich der Transporthebel nicht bewegen lässt, musst du den Auslöser drücken. Die Kamera löst aus und der Filmtransport wid für ein weiteres Bild freigegeben.
Wichtige Kontrolle: Du musst sehen, wie der Film sich aufwickelt und wie die Zähne des Filmtransportes in die Perforation des Films greifen! Falls das nicht passiert, musst du den Film noch einmal richtig einfädeln.Wenn das geklappt hat, schliesst du den Deckel, drückst einmal den Auslöser und ziehst den Film mit dem Transporthebel weiter in die Kamera. Dies machst du noch zwei Mal. Dann ist die Kamera bereit zum Fotografieren. Jetzt kannst du auf Motivsuche gehen und den Film Bild für Bild belichten. (Hier zeigen wir dir, was du an der Kamera manuell einstellen kannst und wie es sich auf die Bildgestaltung auswirkt.)
Wichtige Kontrolle: Wenn der Film aufgezogen wird, sollte sich spätestens nach dem fünften Aufziehen mit dem Filmspannhebel auch die andere Spule mit dem Rückolhebel mitdrehen. Ansonsten ist die Lasche nicht richtig eingefädelt worden.
Rückspulen des Films
Wenn der Film voll ist, kannst du ihn nicht weiter mit dem Spannhebel aufziehen. Bitte versuche nicht mit Gewalt, ihn weiter aufzuziehen, da er sonst reißt.
Nun musst du ihn wieder in die Patrone zurückspulen. Und das erfordert ein wenig Fingerfertigkeit:
Zuerst klappst du den Rückspulhebel an der Filmspule aus ohne den Hebel hochzuziehen – sonst öffnet sich die Kamera und das würde deinen noch nicht zurückgespulten Film belichten.
Dann suchst du den Rückspulknopf. Er befindet sich auf der Unterseite der Kamera.
Jetzt drückst du den Knopf und hälst ihn mit dem Finger gedrückt. Du musst irgendwie auch die Kamera festhalten und mit der anderen Hand den Rückspulhebel so drehen, dass der Film wieder in die Patrone gespult wird. Die meisten Kameras zeigen die Drehrichting am Hebel an. Beim ersten Mal ist das ein wenig kompliziert. Es wird aber mit jedem neuen Film selbstverständlicher und leichter.
Jetzt musst du den Film so lange zurückkurbeln, bis er in der Patrone ist. Du merkst es daran, dass es kurzzeitig einmal etwas schwerer geht. Dann macht es meist ein leises Klackgeräusch und die Kurbel dreht sich auf einmal ganz leicht. Der Film sollte jetzt in der Patrone sein und du darfst jetzt den Hebel nach oben ziehen, um die Kamera zu öffnen.
Wenn du alles richtig gemacht hast, siehst du die Filmpatrone aber keinen Film.
Noch ein Profitipp: Wer selbst Filme entwickelt und schon Übung mit dem Rückspulen hat, kann auch so zurückspulen, dass noch eine kleine Lasche Film aus der Patrone schaut. Dann lässt er sich leichter weiter verarbeiten. Dazu dreht man nach dem Punkt, an dem es zum Schluss etwas schwerer geht noch eine Umdrehung und hört auf, bevor es ganz ohne Widerstand geht. Wer sich das nicht zutraut, sollte den Film zur Sicherheit ganz einspulen.
Jetzt kannst du ihn zum Entwickeln geben oder selbst entwickeln. Letzteres ist gar nicht so schwer und führt nach ein paar Versuchen zu wesentlich besseren Ergebnissen.
Eine Anleitung findest du hier….
Vollautomatische Kamera
Wenn du eine vollautomatische Kamera hast, ist alles viel leichter, weil die Automatik dir viele Schritte abnimmt.
Wir zeigen dir die Schritte am Beispiel einer Spiegelreflexkamera. Bei einer Sucherkamera sind sie in der Regel sehr ähnlich.Einlegen des Films
Du öffnest die Kamera meist mit einem kleinen Hebel an der Seite.
Dann legst du die Filmpatrone ein.
Auf der gegenüber liegenden Seite befindet sich meist eine Farbmarkierung. Du ziehst den Film so weit heraus, dass der Filmanfang an der Farbmarkierung liegt. Pass aber auf, dass du dabei nicht die Lamellen oder den Stoffverschluss berühst.
Dann klappst du den Deckel zu und der Film wird automatisch eingespult. Einige Kameras spulen bis zum ersten Bild, andere spulen zuerst den ganzen Film ein und spulen ihn nach jeder Belichtung wieder um ein Bild zurück. Jetzt kannst du mit der Kamera auf Motivsuche gehen und deine Motive belichten. (Hier zeigen wir dir, was du an der Kamera manuell einstellen kannst und wie es sich auf die Bildgestaltung auswirkt.)
Rückspulen des Films
Bei den meisten vollautomatischen Kameras geht das von selbst, wenn alle Fotos belichtet wurden. Du hörst das Rückspulgeräusch sehr deutlich und das Display zeigt dir dazu auch ein Symbol an. Einige Kameras haben auch eine Rückspulfunktion, falls du den Film schon vorher zurückspulen möchtest. Jetzt musst du nur noch den Deckel öffnen und den Film herausnehmen.
Jetzt kannst du ihn zum Entwickeln geben oder – noch besser – du machst das selbst. Selbst Entwickeln ist gar nicht so schwer und führt nach ein paar Versuchen zu wesentlich besseren Ergebnissen.
Eine Anleitung dazu findest du hier….
Wir wünschen dir viel Spaß beim Filmhandling und viel Freude beim Belichten des Films. Es ist schön, dass du die faszinierende Welt der analogen Fotografie für dich entdeckst!
Text: Oliver Spalt – Fotos: Ralf Bräutigam und Oliver Spalt – Ersterscheinung des Beitrags: 10.04.2026
Und wenn du deinen Film belichtet hast, kannst du hier weitermachen:
Hier noch die Übersicht über die verschiedenen Kameratypen
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