Fotoflüsterpost! Ein Fotoprojekt für kreative Gruppen.

Fotos werden zu verblüffenden Fortsetzungsgeschichten.

Die Fotoflüsterpost ist eine anregende Übung für Gruppen von ca. 6 bis 18 Teilnehmenden. Sie ist kurzweilig und hat einen hohen Aufforderungscharakter. Diese Fotoaktion eignet sich (mit Einschränkungen) ab dem Vorschulalter und macht auch Jugendlichen und Erwachsenen Freude. Neben der Förderung der Kreativität, der Spontaneität und des Sprachvermögens stärkt diese kurzweilige Aktion die Kooperationsfähigkeit, die Kommunikation sowie die Wahrnehmung.

Als Material braucht man 5 bis 6 Digitalkameras oder Smartphones und die Möglichkeit, vor Ort Fotos auszudrucken – etwa mit einem Computer und Drucker oder einem Instant-Drucker wie dem Canon Selphy. Noch einfacher geht es mit 5 bis 6 Sofortbildkameras. Die Methode Fotoflüsterpost wurde von den Kulturpädagogen Erwin Zißelsberger und Oliver Spalt entwickelt.

Der zeitliche Aufwand beläuft sich auf 45 bis 90 Minuten. Je nach Gruppe reicht eine Person, um die Aktion anzuleiten und zu begleiten. Wenn die Fotos an einem Drucker ausgedruckt werden sollen, braucht es dafür eine Person, die sich nur um diese Aufgabe kümmert. Dies könnte auch ein Gruppenmitglied oder eine Betreuer*in sein. Es empfiehlt sich aber, den Workflow (Fotos empfangen oder Überspielen und ausdrucken) vorher einmal geübt zu haben, da die Bilder immer sehr schnell gedruckt werden sollten.

Die besten Ergebnisse haben wir bei Gruppen von ca. 12 Teilnehmenden erhalten. Diese werden in sechs Zweierteams aufgeteilt. Jedes Team erhält einen Fotoapparat oder ein Smartphone.

 

Der Ablauf der Fotoflüsterpost:

Der Ablauf klingt zunächst komplizierter als er ist. Es soll eine Geschichte mit selbst gemachten Fotos erzählt werden.

Jede Gruppe startet mit einem ersten Bild, das an die nächste Gruppe weiter gegeben wird. Diese fügt ein Bild zur Geschichte hinzu und gibt die zwei Bilder an die nächste Gruppe weiter. Das wird so lange weiter gemacht, bis eine Fotoflüsterpost aus fünf Fotos entstanden ist. Die jeweils letzte Gruppe denkt sich dazu eine Geschichte aus. Auf diese Weise entstehen zeitgleich sechs Fotoflüsterpost-Geschichten, an denen jede Gruppe mit Bild oder Text beteiligt ist.

Hier die einzelnen Schritte im Detail:

Jedes Team startet mit einem Foto. Die Rückseite des Bildes wird mit einer 1 nummeriert und es wird der erste Satz aufgeschrieben, mit dem die Geschichte beginnen soll.

Diese ersten Fotos werden nun reihum an das nächste Team weiter gegeben. Dieses erstellt dazu ein zweites Foto, mit dem die Geschichte weiter geht. Das Foto wird auf der Rückseite mit der Nummer 2 versehen. Es wird aber nichts mehr dazu geschrieben.

Diese zwei Fotos werden dann wieder reihum an das nächste Team weitergegeben. Dies erstellt dazu ein drittes Foto, das die Geschichte fortführt. Dies wird mit der Nummer 3 versehen.

Die Fotos werden wieder reihum weitergegeben und es entsteht das vierte Bild der Geschichte, das mit der Nummer 4 gekennzeichnet wird.

Wenn eine Gruppe die Bildgeschichte mit vier Bildern erhält, muss sie die Geschichte mit dem fünften Bild beenden und dies mit der Nummer 5 kennzeichnen.

Auf diese Weise ist fünf mal eine Fotogeschichte mit Startfoto und dem ersten Satz sowie vier weiteren Bildern ohne zusätzlichem Text entstanden. Diese wird nun jeweils der nächsten Gruppe gegeben. Diese soll die Bilder auf Plakate aufkleben und dazu ein kleine Geschichte aufschreiben. Die Palakte können auch kreativ gestaltet werden.

Zum Abschluss der Aktion werden sie sichtbar aufgehängt oder ausgelegt und kurz vorgelesen.

 

Variationsmöglichkeiten:

Wenn die Gruppe größer ist, kann man Teams mit drei Personen bilden. Zudem kann man die Geschichte um ein Foto verlängern und hätte ein Team mehr.

Bei kleineren Gruppen kann man anstelle von Teams auch mit Einzelpersonen arbeiten. Dies würden wir aber erst ab dem Jugendalter empfehlen.

Mit Sofortbildkameras kann man sich den Aufwand des Druckens sparen.

Möglich wäre es auch, die Fotos nur digital zu erstellen und sie nicht auszudrucken. Dazu bräuchte man für jede Geschichte eine Kamera, die reihum weiter gegeben wird. Diese könnten dann mit einem Videoprojektor präsentiert werden und die Geschichte wird dazu vorgelesen. Dadurch spart man Zeit und Aufwand. Allerdings wird dadurch die Kreativität, der Austausch und die konstruktive Gruppendynamik nicht so gut gefördert.

Autoren dieses Beitrags: Oliver Spalt und Erwin Zißelsberger

 

 

 

Mrz 25th, 2022 | By | Category: Beispiele für Fotoprojekte

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