Zwischen zwei Welten: Ein einfaches kunstvolles Projekt für SchülerInnen

Doppelbelichtungen zum Thema Asyl, Flucht und Integration

Die Jugendförderung der Stadt Bad Tölz und die Jugendbildungsstätte Königsdorf boten im Rahmen des Pilotprojekts „seven/ eleven“ mehrere Workshops für Jugendliche der siebten bis elften Klasse an. Die Teilnehmer sollten für die Themen Asyl, Flucht und Integration sensibilisiert werden. Im 90-minütigen Fotoworkshop „zwischen zwei Welten“ hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Migration zu erkunden und zu zeigen. Da die Schüler wenig fotografische Vorerfahrungen hatten, sollten in diesem Workshops künstlerische Bilder mit technisch einfachen Mittel entstehen. Der Workshop wurde von der Fotografin und Kulturpädagogin Ingrid Alsmann durchgeführt.

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Migranten erleben sehr oft das Gefühl, sich zwischen zwei Welten zu bewegen und sich in keinen von den beiden zu Hause zu fühlen. Diese Unsicherheit und der Mangel an Zugehörigkeit ist vielen Jugendliche ebenso bekannt. Auch wenn sie keine bewegte Flucht oder Migrationsvergangenheit haben, ist für sie das Bestimmen der eigenen Identität und das Finden des einen Platzes in der Welt ein wichtiges Thema. Jugendliche und Migranten kämpfen täglich darum, in ihren Kreisen akzeptiert zu werden. Sie sind immer wieder auf der Flucht vor schwierigen Situationen. Auch wenn die Schicksale nicht vergleichbar sind, gibt es hier viele Gemeinsamkeiten.

Integration ist möglich, wenn man die jeweils andere Seite kennt und verstehen kann. Dieses Projekt stellt einen Versuch dar, mit Hilfe der Fotografie eine Brücke zwischen den Welten zu bauen.

Den Einstieg in das Thema Flucht bot ein Gespräch über Zufluchtsorte. Im Anschluss setzten die Schüler dieses Thema fotografisch um.

Jeder Teilnehmer fotografierte zwei Bilder: Eines zum Thema „wo fühle ich mich wohl?- was macht mich glücklich?“. Als zweites Bild fotografierten die Schüler sich gegenseitig und erstellten Silhouettenbilder. Mit der fotografischen Methode der Doppelbelichtung wurden diese beiden Bilder zusammen gebracht. Diese künstlerische Form gab es bereits in Zeiten der analogen Fotografie. Heutzutage findet man sogar passende Apps dazu. Für das Projekt wurde das Arbeiten mit Rechnern und dem kostenlosen Bildbearbeitungsprogramm GIMP bevorzugt. Hier gibt es mehrere Gestaltungsmöglichkeiten als mit einer App und die Arbeit in Gruppe ist einfacher.

natürlich

Die Bilder werden mit GIMP geöffnet: die Silhouette als Datei, das zweite Bild als Ebene und mit Hilfe des Ebenen-Modus „Addition“ mit der Silhouette „verschmolzen“. Die Aussage des fertigen Bild wurde von dem Jugendlichen durch einen Titel betont.

Die teilnehmenden Schüler, Lehrer und Referenten begeisterte, welche kunstvollen Bilder mit einfachen Mitteln in kurzer Zeit entstanden.

Ingrid Alsmann
Autorin dieses Beitrags: Ingrid Alsmann, Fotografin und Kulturpädagogin
http://klickundblitz.zenfolio.com/
Sep 2nd, 2016 | By | Category: pädagogische Fotoprojekte

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