Faszination Lochkamera: Kinder erleben, wie Bilder entstehen

Text und Fotografien: Lena Engel (Fotografin und Kulturpädagogin mit Schwerpunkt Fotografie)

In den Herbstferien 2016 fand im Rahmen des Münchner Ferienpasses ein Camera Obscura Workshop für 8-14 Jährige statt. Veranstaltungsort war das Atelier drei im Münchner Norden, ein kleines Gartenhäuschen samt idyllisch verwildertem Garten mit unzähligen Motiven und eigenem kleinen Fotolabor im Keller – eine Oase mitten in der Großstadt.

Die teilnehmenden Kinder sollten in diesem Workshop erfahren, wie die Bilder in der Kamera entstehen und sich auf Fotopapier abbilden.

Mit einer selbstgebauten Kamera aus einem Schuhkarton erlebten die Kursteilnehmer/innen zunächst voller Begeisterung und Faszination die Funktionsweise der Camera Obscura. Nachdem wir geklärt hatten, wie die Bilder in die Schachtel kommen und warum wir alles spiegelverkehrt und auf dem Kopf sehen, folgte eine Geschichte zur Entdeckung des Prinzips vor etwa 2400 Jahren und die Entwicklung bis heute.

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Im Anschluss baute sich jedes Kind eine Camera Obscura aus einer mitgebrachten Keksdose. Nachdem die Kinder mit dem Belichtungsprozess und den Abläufen in der Dunkelkammer vertraut gemacht wuden, schulten wir unser Auge mit einem Wahrnehmungsspiel und machten uns gezielt auf Motivsuche. Diese nahm seine Zeit in Anspruch, da allen klar war, dass in jedem Bild viel Zeit und Mühe stecken würde und im Vergleich zur Handyfotografie nicht alles willkürlich und sofort lösch- und veränderbar ist.

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Nachdem jeder sein Lieblingsmotiv, einen passenden Winkel sowie ein „Naturstativ“ gefunden hatte, legten wir das erste Fotopapier in unsere Dosen. Die Spannung stieg …

Zur Überraschung aller stimmten die geschätzen Belichtungszeiten zumindest so gut, dass bei allen Kindern ein Motiv in der
ersten Schale der Entwicklungsstrasse auftauchte. Nun begann mit unermüdlichem Eifer der Optimierungsprozess und die Experimentierfreude der Kinder kannte keine Grenzen. So entstanden u.a. analoge Selfies, „Portraits mit Clown“ und viele andere spannende Bilder.

Nachdem jedes Kind ein gut belichtetes Negativ erstellt hatte, wandelten wir dies mit dem Verfahren des Nassabklatsches in ein Postitiv um. Zum Schluss bestaunten wir die beeindruckenden Ergebnisse – zumal diese mit einer einfachen Keksdose mit winzig kleinem Loch entstanden waren!

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Die nächsten Camera Obscura Kurse finden am 12.04.2017 und 03.08.2017, je von 10:00 bis 16:00, im Atelier drei, sowie auf Anfrage statt.

 

 

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Hanna und Kalina Suttmann   lochkamera_engel-02

 

 

Die Autorin Lena Engel ist Fotografin und Kulturpädagogin mit Schwerpunkt Fotografie

http://www.lena-engel.de/kurse/kurse.html

Nov 16th, 2016 | By | Category: pädagogische Fotoprojekte

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